
Warum vermeintlich gelöschte Daten manchmal zurückkommen wie Figuren aus einem Roman
Es beginnt wie eine dieser Geschichten, die man später kaum glauben möchte: Ein Unternehmer aus dem Friseurhandwerk kauft ein neues Kassensystem. Das alte Gerät steht herum, nimmt Platz weg und ist eigentlich zu schade zum Wegwerfen. Also beschließt er, es privat weiterzuverkaufen. Einmal alles löschen, Papierkorb leeren, Gerät zurücksetzen – erledigt.
Für ihn ist die Sache abgeschlossen. Der Rechner wird über eBay verkauft, der Käufer bedankt sich freundlich – alles läuft reibungslos. Wochenlang passiert nichts.
Und dann kommt eine E-Mail…
Der Ton ist höflich, fast übertrieben höflich. Der Käufer berichtet, dass er beim Aufbereiten des Rechners noch Dateien gefunden habe. Er wolle lediglich sicherstellen, dass diese wirklich gelöscht werden dürfen. Im Anhang: Bilder und Auszüge aus Kundendaten – Namen, Telefonnummern, Farbrezepturen, Umsätze. Und ganz beiläufig der Hinweis: Man könne die Daten selbstverständlich entfernen, allerdings sei ein gewisser Aufwand entstanden. Eine kleine Zahlung würde das Problem lösen. Freundlich formuliert, aber jeder erkennt sofort, worum es geht: eine Erpressung, verpackt als höflicher Servicehinweis.
Der Unternehmer stellt sich nur noch eine Frage: Wie konnte das passieren? Er hatte doch alles gelöscht. Dachte er.
Warum solche Situationen entstehen
Die eigentlichen Inhalte bleiben bestehen und können mit Tools wie O&O UnErase oder anderer Datenrettungssoftware wieder sichtbar gemacht werden. Übrigens: Das ist durchaus hilfreich, wenn man selbst einmal etwas versehentlich gelöscht hat. Auch eine schnelle Formatierung ist oft nicht mehr als ein frischer Anstrich über alten Wänden. Für jemanden, der weiß, wie diese Programme funktionieren, ist ein vermeintlich leerer Rechner oft ein offenes Buch.
Was sonst noch passieren kann
Es gibt Szenarien, die man niemandem wünscht: Jemand verkauft einen alten Laptop – überzeugt davon, alles gelöscht zu haben. Der Käufer stellt das Gerät wieder her und findet private Fotos, die nie für fremde Augen bestimmt waren. Nicht nur peinlich, sondern hochpeinlich. Oder ein Rechner landet bei einem Händler, der ihn professionell aufbereitet. Nach dem Start eines Wiederherstellungsprogramms tauchen alte Verträge auf, interne Preislisten, vertrauliche E-Mails. Längst vergessen, aber noch immer vorhanden. Auch im Büroalltag kann es kritisch werden: Ein Gerät wird weitergegeben, und Wochen später meldet sich jemand mit der Frage, ob bestimmte Dokumente tatsächlich öffentlich sein sollten. Manchmal reicht eine einzige wiederhergestellte Datei, um eine ganze Geschichte zu erzählen.
Und nein! Niemand durchsucht zufällig alte Rechner. Wer solche Daten findet, nutzt gezielt Software, die genau dafür entwickelt wurde. Das ist kein Zufall. Das ist Technik.
Wie man Daten wirklich entfernt
Auf klassischen Festplatten lassen sich Daten sicher löschen, indem sie überschrieben werden.
Programme wie O&O SafeErase bieten dafür verschiedene Verfahren.
• Moderne Festplatten: meist reicht einmaliges Überschreiben
• Ältere Modelle: besser mehrfach überschreiben
• SSDs: benötigen spezielle Verfahren (z. B. Secure Erase des Herstellers) Normales Löschen oder Formatieren reicht hier nicht aus.
Wenn nichts mehr geht: Physische Zerstörung
Manchmal ist die einfachste Lösung die sicherste. Ein defekter Datenträger, der sich nicht mehr zuverlässig löschen lässt, sollte physisch zerstört werden. Bohrer, Hammer, mechanisches Zerstören. Nicht elegant, aber effektiv.
UNSERE EMPFEHLUNG:
Bevor ein Datenträger verkauft, weitergegeben oder entsorgt wird: Daten sicher löschen oder den Datenträger physisch zerstören. So schützt man die eigene Privatsphäre – und verhindert, dass Informationen irgendwann dort auftauchen, wo sie niemand sehen sollte.
Kontakt-Info
Jens Dagné
Journalist • Storyteller • Networker
Gerhart Hauptmann Str. 64
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